Der Blaue Eisdrache

Kapitel 1: Segelflug 

Auf und ab und auf und ab...
Das Geräusch von Flügelschlägen und von vorbeipfeifendem Wind fröstelte
Markus, als er wieder zu sich kam. Der Junge wachte auf, wie aus einem langen
Traum. Er fühlte sich, als hätte er drei Wochen unter Steinen gelegen. Obwohl seine Sicht noch verschwommen war, sah er unter sich Landschaften vorbeiziehen und hörte, wie der Wind über
gewaltige Flügel rauschte.
"Ein Drache!" sagte Markus verblüfft zu sich selbst. "Das gibt’s doch
nicht!"
Er konnte direkt von unten auf seinen schuppigen Bauch sehen. Nun merkte
er auch, dass er sich in einer riesigen Klaue befand, die ihn sicher
festhielt. Das Problem war, dass Markus panische Flugangst hatte. Er war
gelähmt wie ein Eiswürfel. Was war passiert? Gestern feierte er mit seinen
Freunden noch Geburtstag, und jetzt umklammerte ihn eine Drachenklaue. Er
sah zwischen den riesigen Krallen hindurch und konnte seinen Freund Jens
in der anderen Klaue erkennen. Er schien noch bewusstlos zu sein. Unter
ihnen zog sich eine fremde Landschaft hinweg. Markus wagte nicht, sich
auch nur einen Millimeter zu bewegen. Jetzt kamen ganz langsam die
Erinnerungen wieder zurück:

Begonnen hatte das Abenteuer vor kurzem, an seinem 16. Geburtstag. Hier am Segelflugplatz in Wintersdorf feierten sie ihn.
Markus Vater war Vereinsvorsitzender vom Segelflugverein Wintersdorf. Er
hatte es organisiert, dass es heute eine Geburtstagsfeier hier im großen Haupthaus gab. Es gab hier einen großen Raum zum Feiern.
Markus Freund Jens war schon seit Mittag dabei, die Dekoration
herzurichten. Er hatte erst vor zwei Tagen die Segelflugprüfung
abgeschlossen und den Flugschein erhalten.

Markus selbst kam gegen 3 Uhr mit einigen anderen Freunden auf dem Fahrrad angefahren.
Normalerweise hatte Markus' Vater beruflich nur etwa 20 Stunden in der
Woche für ihn Zeit, doch heute hatte er sich extra freigenommen.
Da Markus aus Gründen der Geburtstagsüberraschung noch nicht in den
Clubraum durfte, beschloss Jens, mit den anderen Schulfreunden nach
nebenan in den Hangar zu gehen, wo gerade eine schlanke Frau und ein
langer Mann ein ULF putzten.
"Das ist so gemein! Warum dürfen wir nicht jetzt schon rein, mir ist
langweilig!"

Rest in Kürze online!