Dracania
Drachengeschichte von Tobias Wagner
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Kapitel 1
Nächtliche Erscheinung
Dunkle Nebelfelder lagen über dem Bodensee. Es war eine kühle
Juninacht und viele zerrissene Wolkenfetzen hingen am Himmel.
Zwischen ihnen war nur ab und zu die Sichel des abnehmenden Mondes zu erkennen.
Um diese Zeit schliefen fast alle Menschen. Sie ahnten nicht, dass in dieser Nacht eine dunkle Gestalt namens Murluck auftauchte, ein Handlanger des dunklen Herrschers Nemesar.
Nemesar war der König von Ost-Dracania, einem Teil der Welt jenseits des Portales, durch das Murluck gerade kam.
Ein grünes Leuchten erhellte plötzlich für einen Sekundenbruchteil die Nacht.
Das Leuchten war so hell, wie ein Phosphorblitz. Ein rundes, gläsernes Portal erschien zwischen den Wolken. Darin materialisierte sich eine Art Flugzeug. Es war pechschwarz und hatte fledermausähnliche Flügel. Es flog einen Bogen in Richtung Westen. Das grüne Leuchten war verschwunden. Ebenso wie das Portal.
Fast lautlos flog Murluck unter den Wolken, als wäre gerade eben nichts passiert. Er war sichtlich nervös. Fluchend wühlte er in verschiedenen Schriftrollen und Landkarten herum, die vor ihm lagen. "Wo ist denn nur dieser verdammte Fluss?" zischte er vor sich hin. "Ich hab`s gewusst! Ich sollte
nicht jeden Mist annehmen, der mir aufgetragen wird! - Ah, da haben wir es
ja!" Murluck hatte die richtige Schriftrolle mit der dazugehörigen Karte
gefunden. Die anderen warf er über seine Schulter nach hinten.
"Da haben wir ihn ja: Folge dem langen Fluss nach Westen, bis
er seine Richtung nach Norden ändert. Dann genau eine halbe Flugstunde den
Fluss entlang, bis zu einer großen Brücke mit Schleuse und Hebewerk. Dort
liegt die Stadt "Gründorf" an der Grenze zu - äh - da haben wir es ja -
Frankreich" zischte Murluck vor sich hin.
"Wenn die Drachen wüssten, was Nemesar mit ihren heiligen Steinen vorhat!"
kicherte er. Einer davon war auf dem Aeroplan von Murluck montiert. Mit
ihm konnte man Portale öffnen, um in ferne Welten zu reisen.
Nach einer Weile wurde im Osten der Horizont heller. Murluck sah neben dem Fluss eine Wiese.
"Oh diese verdammte Zeitumstellung!" fluchte er. "Der Tag auf dieser Welt hat ja nur 24 Stunden."
Im Tiefflug zischte das Fluggerät über die Schleuse neben dem Rhein, bis es über einer kleinen Wiese war. Bumsend setzte das Fahrwerk auf, doch das nasse Gras war so rutschig, dass er einen ausbruch machte und in Richtung des Flusses schlitterte. Murluck riss entsetzt am Knüppel und wollte
durchstarten, doch er überzog das Flugzeug und es landete platschend im
Rhein.
"Verflucht!" schrie er. "Oh nein, der Drachenstein!"
Er riss die Tür auf, zog ein Messer aus dem Umhang und zertrennte die
Seile, mit denen der Drachenstein hinter der Kanzel montiert war. Murluck klemmte ihn sich unter den Arm und paddelte ans Ufer. Das Aeroplan lief voll und ging gurgelnd unter.
"So`n Mist, wenn das Nemesar erfährt, dass sein Flugzeug im Rhein liegt,
dreht er durch!"
Sein schwarzer Umhang triefte vor Nässe, als er das Flussufer hochkletterte und sich umsah. In etwa 200 Meter Entfernung war eine kleine Straße mit einer Tankstelle. 7 Männer mit Lederklamotten standen an den Zapfsäulen und tankten ihre Öfen auf. Da es hier auch gutes Essen für wenig Geld gibt, ist es ein bekannter Treffpunkt für Motorradfahrer.
Rest in Kürze online!
Wahrscheinlich beim Weihnachts-Update ende Dezember!